Reise blog von Travellerspoint

zwei wochen saigon

Unsere Erkundungstour durch Ho Chi Minh City bringt uns zuerst zur Notre Dame Kathedrale, welche von den Franzosen vor etwas mehr als 100 Jahren gebaut wurde, es ist Sonntag und gerade Messe. Daneben steht das koloniale Gebaeude des Main Post office, gleich dahinter das Diamond Plaza, ein riesiges Shoppingcenter. Beim Gang durch die Tuer fuehlen wir uns in eine andere Welt katapultiert, waehrend draussen auf der Strasse eine Frau mit Kegelhut auf ihrer Garkueche am Boden sitzend Suppe kocht und fuer ein paar Rappen an die auf Plastikschemmeln sitzenden Gaeste verkauft, warten auf der anderen Seite der Glastuer Nike, Adidas, Clarks, Gucchi Geox und andere Luxuslabels, zu Preisen wie wir sie uns von daheim gewohnt sind, wenn nicht sogar teurer (meine Stretcher Turnschuhe kosten hier das doppelte, original Lego das 3fache, waehrend man auf dem Markt die immitierten fuer ein paar Rappen bekommt)… nach diesem “Kulturschock” machen wir uns auf die Suche nach dem ehemaligen russischen Markt, wo uns ein Billigeinkaufparadies im Reisefuehrer versprochen wurde… wir finden aber nur eine Baustelle eines gigantischen Shoppingcenters vor, der russische Markt musste wohl den Luxusguetern Platz machen… so viel erst mal zum geplanten Shopping in HCMC ;-)

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Dani hat mal wieder irgwendwas gegessen, was er lieber nicht gegessen haette... Er ist nicht so fit und so machen Paula und ich die geplante Tour zu den Cu Chi Tunnels eben alleine. Wir haben einen sehr lustigen Guide, der im Bus eine geschlagene Stunde lang eine One-man-show macht. Er erzaehlt auf eine witzige Art und Weise Storries aus seinem Leben, welches kurz nach der Wiedervereinigung begonnen hat: von der Wiedervereinigung, den Umerziehungslagern, den rationierten Lebensmitteln, wie er einmal zwei verschieden grosse Schuhe bekommen hat, der Oeffnung nachdem Bill Clinton das Embargo aufgehoben hat, wie er mit 17 Jahren zum ersten mal MTV, Cartoon Network und Discovery Chanel gesehen hat, vom Internet, von Pepsi, Fanta, Pizza und Kentucky fried Chicken und von seinem dicken Neffen, welcher all diesen neuen Erungenschaften zum Opfer fiel... (ein Phaenomen, welches wir sehr oft, v.a. bei Uperclass-Kids beobachten) Dieser Mann ist 3 Jahre aelter als ich und erzaehlt die gleichen Geschichten aus seiner Kindheit wie ich sie von meinen Eltern aus der Nachkriegszeit kenne und heute lebt er in einem Land, welches die meisten Erungenschaften, die wir kennen auch haben. Es wird mir einmal mehr bewusst in welch rasanten Schritten sich dieses Land entwickelt.

Bei den Cu Chi Tunnels angekommen werden wir wieder zurueck katapultiert in die Zeit des Amerika-Krieges. Wir lernen wie hier 16'000 Menschen 20 Jahre lang in einem 200km langen Tunnelnetzwerk versteckt lebten und, unterstuetzt von den Vietcong aus dem Norden, einen Guerillakrieg gegen die Amerikaner fuehrten. Die Tunnels sind meist nur 1.2m hoch und 60cm breit, ich bin froh, dass ich nach ein paar Minuten wieder raus darf... Dort unten wurde gelebt, gekocht, geschlafen, gewaschen, gekaempft etc. ... unvorstellbar.

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Unterwegs machen wir noch halt bei einer Werkstatt, wo behinderte Menschen wunderschoene Souvenirs aus Muschel- und Eierschalenstueckchen herstelle. Die meisten sind Opfer des Agent Orange, ein Enlaubungsmittel, welches die Amerikaner im Krieg einsetzten um den Guerillakriegern ihre Tarnung durch die Baeume zu nehmen. Das Gift hat die Erbbahnen langhaltig geschaedigt, so dass heute noch mehr behinderte Kinder in dieser Region zur Welt kommen. Paula gefaellt es sehr, sie darf auf dem Schoss einer Frau helfen ein Bild an zu malen, was ihr natuerlich sehr viel Spass macht, so dass wir fast unseren Bus verpassen.

Am naechsten Tag ist Dani wieder fit. Wir besuchen den Wiedervereinigungspalast, wo 1975 die Wiedervereinigung von Nord- und Suedvietnams beschlossen wurde. Danach wurde Hanoi zur Hauptstadt ernannt, die Sieger waren schliesslich die kommunistischen Vietcong aus dem Norden unter der Fuehrung von Ho Chi Minh. Seither scheint der Wiedereinigungspalast unbenutzt oder zumindest nie mehr renoviert... Beim Gang durch die verschiedenen Salons und Konferenzraeume fuehlt man sich so richtig in den 70er Jahren.

Im Keller ist der Komandobunker mit Funkanlage, Telegrammschreiber und diversen Landkarten, von wo aus Krieg gegen Norden gefuehrt wurde.

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Zeit fuer eine Abkuehlung, wir besuchen einen der vielen Wasserparks hier, wir rutschen und plantschen in der gigantischen Badi. Lustigerweise haben wir unser Gepaeck auf dem Tisch einer vietnamesischen Familie deponiert, die gerade Verwandte aus Amerika zu Besuch hat, so entsteht schon bald ein Gelage mit froehlichem Austausch von Lebensmitteln. Unsere Toechter lieben die vietnamesischen Wuerstli und Aline isst etwa ein Kilo Litschi.

Zum Abschluss unternehmen wir noch eine 2 Tagestour ins Mekongdelta. Der Mekong ist riessig, Bruecken gibt es nur an schmalen Stellen, ansonsten ist man auf Faehren angewiesen, so dass man mit einem Fahrzeug nur schlecht voran kommt. Wir sind groesstenteils mit einem Schiff unterwegs, stundenlang fahren wir durch schmale Kanaele, welche mit Koospalmen gesaeumt sind, dass wieder durch ein Dorf, wo die Haeuser auf Pfaehlen bis ins Wasser hinaus gebaut sind, es folgt eine breite Ueberfahrt, dann wieder ein Netzwerk aus Kanelen. Wir besuchen unter anderem eine Kokoszaeltlifabrik, lernen wie man Reispapier und Reisnudeln herstellt und wie viele Produktionsschritte es braucht, bis man weissen Reis hat.

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Am Morgen des zweiten Tages besuchen wir mit einem Ruderboot den groessten schwimmenden Markt im Delta. Die Leute kommen mit ihren Schiffen von weit her um ihre Waren an den Mann zu bringen. Jedes Schiff hat eine lange Stange, daran gebunden ist das Gemuese oder die Fruechte, welche verkauft werden. Es herrscht ein reges Treiben, einkaufen muss man logischerweise ebenfalls per Schiff…

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Zurueck in Saigon besichtigen wir noch die letzten Sehenswuerdigkeiten, unter anderem die Pagode des Jadekaisers.

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Und dann machen wir uns endlich ans Souvenirshoppen… Paula und ich machen einen Besuch beim Coifeur, das die Verstaendigung etwas schwierig ist, habe ich keine Ahnung, was es am Schluss kosten wird, wir lassen es uns gut gehen: Schneiden, Faerben fuer mich, Paula bekommt in der Zwischenzeit ihre Fingernaegel mit Blumenmuster bepinselt und mit der restlichen Farbe von mir noch ein paar Straenli gefaerbt, dann werden auch ihre Haare geschnitten… wir haben einen ganzen Nachmittag lang Spass und am Schluss kostet alles zusammen 15.—Fr. Und just einen Tag vor Abflug geht meine Brille noch in Brueche, ich mache mir schon Sorgen, wie ich so schnell noch zu einem Ersatz komme, aber zu meinem Erstaunen dauert es nur eine Stunde und meine neuen Brillen sind fertig... und ploetzlich vergeht die Zeit wie im Fluge, heute Abend fliegen wir schon wieder heim und am Montag beginnt fuer Paula der Kindergarten und fuer Dani eine neue Stelle... ich habe noch 2 Wochen Zeit um "an zu kommen", dann geht es auch fuer mich wieder los :-)

Zum Abschluss noch ein Video zur Kunst, eine Strasse in Vietnam zu ueberqueren. Wir haben zwei Monate fleissig geuebt. Ein Tour-Guide sagte mal: "Just close your eyes and keep on walking".

Eingestellt von Bea H. 10:51

muscheln sammeln und faulenzen

Weiter geht es mit dem Bus zurueck zur Küste. Bei der Ticketreservation hat uns leider niemand gesagt, dass der Bus nicht direkt nach Mui Ne faehrt. So werden wir auf einer Raststaette auf halbem Weg in einen anderen Bus der gleichen Gesellschaft umgeteilt. Im neuen Bus hat es zwar noch genau unsere 4 Plaetze frei, doch sind diese im ganzen Bus verteilt und andere Passagiere schlafen darauf. Dem Fahrer ist das egal, er hat es eilig und faehrt schon mal los waehrend wir noch mit den Kindern auf dem Arm im Gang stehen, es rumpelt und schaukelt auf der nicht asphaltierten Strasse. Ein Ehepaar hat ein Einsehen tauscht Plaetze, irgendwie sitzen wir dann am Schluss zwar etwas verteilt aber immerhin sitzen wir :-) Der Fahrer hat es wirklich sehr eilig, nach der dritten Nahtoderfahrung binnen einer halben Stunde ueberlege ich mir, ob ich, was sagen soll... es bringt ja doch nichts :-(

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Mui Ne war vor 15 Jahren noch ein Geheimtipp fuer Rucksacktouristen, mitlerweile hat der Ort seine besten Jahre eher hinter sich. Entlang der Strasse reiht sich ueber fast 20km ein Resort ans andere, es wird kraeftig investiert um vermoegende Touristen anzuziehen, und auch die Butgethotels haben ihre Preise enorm nach oben angepasst, so dass man hier fuer gleichen Standard etwa das Doppelte der landesueblichen Hotelpreise hinblaettern muss. Ein grosses Problem ist die Kuestenerosion, an vielen Stellen verschwindet der Strand bei Flut bereits ganz. Die Hotelbesitzer versuchen zu retten, was noch zu retten ist und befestigen den ganzen Strand mit Sandsaecken. Wo keine Sandsackresten aus dem Sand gucken, dort liegt stellenweise massenhaft angeschwemmter Abfall, und auf dem Meer schwimmt zeitweise ein grusiger gelber Schaum.

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Wir machen trotzdem 10 Tage Ferien vom Reisen, geniessen den schattigen Garten vor unserem Bungalow, die Schaukeln, den Pool. Wenn die Ebbe kommt spazieren wir dem Strand entlang und beobachten die Fischer, welche mit ihren bunten Kutern oder den runden Booten zurueck kommen und ihre Netze leeren, darin kommt so einiges unbrauchbares zum Vorschein: Flipflops, Petflaschen und manchmal auch ein schoenes Schneckenhaus oder eine riesiege Muschel. Da der ganze Unrat aus den Netzen einfach im Sand landet, finden wir schnell heraus, wo die schoensten Muscheln zu suchen sind und schon bald haben wir eine grosse Sammlung an Muscheln und Schneckenhaeusern, welche das Balkongelaender unseres Bungalows dekoriert.

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Zweimal mieten wir uns einen Jeep mit Fahrer. Noch vor Sonnenaufgang brechen wir auf zu den weissen Sandduenen ausserhalb von Mui Ne. Als wir ankommen ist der Sand noch kuehl und die Sonne steht noch tief und wirft ein schwaches Licht auf die Duenen. Wir wandern durch den Sand bis wir an eine Stelle kommen, wo es sich mit dem gemieteten Bob toll schlitteln laesst. Paula und Dani bekommen kaum genug vom rutschen, Aline saendelt zufrieden, waehrend ich fotografiere. Die Sonne steht nun hoeher, die Schatten wandern, es sieht gewaltig aus, vor den Duehnen erstreckt sich ein See mit Lotusblueten, ich kann mich kaum satt sehen. Es wird schon bald heiss, obwohl es erst 7.00Uhr morgens ist, wir machen uns auf den Rueckweg, machen noch an einem kleinen Fischerhafen halt und kommen dann genau rechtzeitig zum Fruehstueck zurueck zu unserem Bungalow.

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Der zweite Ausflug bringt uns zum groessten liegenden Buddha in Suedostasien, wir fahren einmal mehr mit 6er Gondelis den Berg hinauf und nehmen dann die kurze Wanderung zum Buddha in Angriff, leider wird die Statue, welche 11m hoh und 49m lang ist gerade neu gestrichen, so dass sie teilweise in ein Baugeruest gehuellt ist. Wir fahren in unserem Luxusjeep, dessen Fahrer kein Wort Englisch spricht, nicht mal “Stop for picture”, zurueck nach Phan Thiet, wo er uns zum Markt und schliesslich noch zu einem Supermarkt bringt. Eingedeckt mit Fruechten, Gemuese und Gebaeck vom Markt und Windeln, Cornflakes, Joghurt und Toblerone vom Supermarkt kehren wir zurueck… es gibt Fruechtsalat mit Joghurt und Cornflakes zum z’Vieri.


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Baedele, saendele, haengen… 10 Tage sind im Nu um und wir sitzen wieder in einem Bus (diesmal von einer anderen Gesellschaft) auf dem Weg nach Ho Chi Minh City (HCMC) oder einfach Saigon. Wir fahren stundenlang entlang von Drachenfruchtplantagen und Reisfeldern, irgendwann beginnt die Stadt, welche 9 Milionen Einwohner hat und fast 5 Milionen registrierte Motorraeder… aber bis ins Zentrum geht es noch etwa 30km, wir stecken im Stau und die Fahrt zieht sich hin… muede kommen wir schlussendlich im Hotel an. Es ist laut, Motorenlaerm, Gehupe, Lautsprecherdurchsagen, Karaokebars… HCMC ist busy, aber irgendwie auch spannend, wir vermissen bereits den ruhigen Strand von Mui Ne und freuen uns aber auf unsere letzten 10 Tage Entdeckungsreise hier im Grosstadtjungle.

Eingestellt von Bea H. 02:19

Erdbeeren, Seidenraupen und Faserpelzwetter

Wir fahren mit dem Bus der Kueste nach in Richtung Sueden, vorbei an noch unberuehrten Straenden, danach geht’s landeinwaerts entlang eines Flusses durch malerischen Fischerdoerfachen und kleine Staedtchen. Die Vegetation wird immer gruener, bis wir wie aus dem Nichts vor den Bergen stehen. Der Bus windet sich eine steile Passstrasse hinauf, oben angekommen, fahren wir lange durch eine Hochebene. Jeder Quadratzentimeter wird landwirtschaftlich genutzt, es wachsen Blumen, Tomaten, Salat, Erdbeeren und vieles mehr, zudem weiden Kuehe, die Temperaturen sind angenehm kuehl.

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Nach einer 7 stuendigen Busfahrt kommen wir endlich in Da Lat an. Es regnet und es ist kalt, zum ersten mal sind wir froh um unsere Fleecepullis und vermissen wasserfeste Schuhe.
Wir wohnen in einem freundlichen kleinen Hotel, es hat nur 6 Zimmer und Z' Morgen mit vielen Fruechten, Milchprodukten und Cornflakes gibt's an einem grossen Tisch im der Kueche und das Highlight fuer die Kids ist die riesige Sprudelbadewanne. Eine Boilerfuellung reicht zwar nur fuer 10cm warmes Wasser, aber zum Plantschen reicht’s.

Mit einer Seilbahn gondeln wir ueber Gewaechshaeuser und Gemueseplantagen zu einem Stausee. Nach einem kurzen Spaziergang beginnt es zu regnen und wir retten uns in die 4er Gondeli und fahren zurueck zum Dorf.

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Am naechsten Tag machen wir einen Ausflug aufs Land. Wir lernen viel ueber die Landwirtschaft hier und besuchen eine Blumenfarm, eine Kaffee- und eine Teeplantage, lernen wie man Reisschnaps brennt und Pilze zuechtet.

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Zudem besichtigen wir eine Seidenfabrik, wo man vom Bebrueten der Raupen bis zum Naehen von Seidenkleidern alle Schritte der Produktion verfolgen kann. Mich beeindrucken vor allem die Webstuehle, welche mit Lochkarten die richtigen Muster weben.

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Zum Abschluss erforschen wir noch das "Crazy House", welches von einer vietnamesischen Architektin, die in Moskau studiert hat, entworfen wurde. Das Haus ist sehr kreativ, keine Wand ist gerade, es erinnert mehr an einen farbigen, ueberirdischen Fuchsbau. Paula erinnert es vor allem an das Haus der Barbapapas und sie wuenscht sich auch so ein lustiges Kinderzimmer.

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Wir machen einen faulen Sonntagmorgen im Hotel, machen eine Kutschenfahrt und besuchen dann noch den Markt von Da Lat, der dank der vielen Blumen wunderschoen farbig ist. Wir kaufen ein halbes Kilo Erdbeeren, welche unsere Maedels ganz heimlich innerhalb der naechsten halben Stunde verschlingen. Als wir wieder im Hotel ankommen ist der Sack an Paulas Handgelenk leer.

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Weil auch die Franzosen im Sommer vor der Hitze nach Da Lat gefluechtet sind, gab es einst einen Zug hierher. In der Zwischenzeit faehrt dieser nur noch zwischen Da Lat und Trai Mat hin und her und dies auch nur, wenn sich mindestens 5 Touristen fuer die 10km lange Fahrt zusammenfinden. So warten wir am Bahnhof, in der Hoffnung, dass noch 3 Leute bis zur naechsten Zugsabfahrt kommen. Wir schauen uns so lange die ausgediente Dampflock an, zudem steht auf einem Nebengleis ein alter rostiger Schienentraktor, den wir ebenfalls fuer in der Nachkriegszeit vegessen gegangen halten.

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Die Diesellock kommt mit 3 Wagons von der ersten Fahrt zurueck, eine vietnamesische Reisegruppe steigt aus, mist, wir haetten wohl doch frueher aufstehen sollen, denn bis jetzt ist immer noch niemand gekommen, der mit uns mitfahren moechte.
Kurz vor Abfahrt tauchen dann doch noch 3 Australier auf. Zu unserem Erstaunen, laesst uns der Schaffner dann aber nicht in den grossen Zug einsteigen sondern fuehrt uns zu eben jenem Museumsstueck eines Schienentraktors, welcher nun mit uns die 10km lange Fahrt nach Trai Mat in Angriff nimmt.

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Dort bleiben uns bis zur Rueckfahrt 45 Minuten Zeit um die wunderschoene Pagode zu besichtigen. Der 7 stoeckige Turm ist innen wie aussen ein einziges Mosaik aus Keramikscherben, wirklich wunderschoen.

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Danach regnet es wieder, den Ausflug in ein kleines Dorf verschieben wir immer wieder, so dass wir es am Schluss nicht mehr schaffen, wir geniessen einfach noch etwas die kuehlen Temperaturen, auch wenn es ohne Regen natuerlich schoener waere, schlendern durch’s Dorf, welches jaehrlich immerhin 800’000 Touristen sieht, 90% davon aus Vietnam. Es ist hier einfach sehr anders als im ueberigen Vietnam, die Vegetation mit Nadelbaeumen, die Architektur, welche sehr von den Franzosen beeinflusst ist, etc…

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Eingestellt von Bea H. 21:17

Von Strand zu Strand

Mit einem Opentourbus geht es weiter nach Hoi An. Wir haben es aufgegeben, so zu reisen, wie frueher, einfach mal ans Busterminal gehen und sehen, wann der naechste Bus uns weiter bringt… es ist viel einfacher und wahrscheinlich erst noch billiger, sich von einem klimatisierten Bus direkt vor dem Hotel abholen zu lassen… Dafuer halten wir unterwegs dann auch bei einem Restaurant, wo das Glace mehr kostet als in der Schweiz… aber wenigstens faehrt der Chauffeuer sehr anstaendig und es bleiben uns schlimme Ueberholmannoever erspart.

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Hoi An ist sehr touristisch, hier kommen vor allem Westler hin, die Nationaltouristen interessiert Hoi An weniger. Die Altstadt ist autofrei und zu gewissen Zeiten auch motorradfrei, so dass wir mal in Ruhe durchs Staedtchen schlendern koennen. Hier gibt es ganz klare Bauvorschriften in der Altstadt zur Erhaltung des urspruenglichen Stadtbildes, man kann auch einige sehr alte schoen restaurierte Haeuser besichtigen oder im Handicarftworkshop zusehen und mitmachen bei der Herstellung traditioneller Souvenirs. Alles im Altstadtticket inbegriffen, mit dessen Erloes die Altstadt instand gehalten wird.

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Immer am ersten und 15. des Mondmonats, also bei Voll- und Leermond, werden am Abend im Zentrum die Lichter geloescht, die Stadt ist dann nur noch von hunderten von Seidenlampions beleuchtet. Wir haben Glueck, dass wir gerade bei Vollmond dort sind und geniessen die friedliche Atmosphaere im Licht der farbigen Lampions.

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Die Hauptatraktion Hoi Ans sind jedoch die vielen Schneider und Schuhmacher. Hier hatte einer mal eine gute Idee und wie alles in diesem Land, wurde sie kopiert… so, dass es mitlerweile eigentlich nur noch Schneider und Schuhmacher in der Stadt gibt… Man kann sich hier einfach alles schneidern lassen, von der Badehose bis zum Anzug, ueber Wintermaentel zu Abendkleidern…

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Auch die Schuhmacher sind sehr witzig, sie kopieren alles, vom Adidasturnschuh bis zu Pradastiefeln, kann man sich hier alles auf den Fuss schustern lassen, natuerlich in der Farbe und Material in dem es einem gefaellt… also zum Beispiel Pumaturnschuhe mit traditionell bestickter Seide.

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Aber keine Angst, wir verbringen hier nicht die ganze Zeit mit shoppen (Dani weigert sich sowieso sich etwas schneidern zu lassen)… sondern fahren taeglich am fruehen Morgen an den Strand solange es noch “kuehl” ist…

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gegen Mittag kommen dann langsam mehr Touristen angeradelt, Zeit fuer uns eine Duschsche zu nehmen und uns anschliessend in eines der unzaehlgen Fischrestaurants zu setzen… (jaja auch Vegi-Bea hat sich an den ersten Fisch und das erste Meeresgetier heran gemacht).

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Lustig ist es dann zuzuschauen wie die Restaurantbesitzer den Touristen am Strand nachrennen um ihnen einen Liegestuhl anzudrehen… ein richtiger Spiessrutenlauf, jeder darf offensichtlich nur in dem Streifen Strand vor seinem Restaurant auf die Jagdt gehen… Auch hier sind die Frauem mega vermummt, das beobachten wir schon im ganzen Land. Alle haben einen voelligen Weiss-Spleen… also um ja nicht braun zu werden arbeitet man hier am Strand (ueber Mittag 40 Grad im Schatten) mit langen hautengen Jeans (!), Socken, welche extra fuer Flipflops einen Zwischenzehenabstand haben, langem Pullver mit bis uebers Kinn geschlossenem Kragen, evt. Noch eine Jeansjacke drueber, Handschuhe, stoffige Gesichtsmaske bis unter die Augen (oder sogar zwei Gesichtsmasken uebereinander) plus Sonnenhut, manchmal ebenfalls doppelt, zudem gibt es bleichende Kosmetika. Ich meine, es ist ja aus hautkrebstechnischer Sicht schon cleverer so, als wie die Touristen, die sich mittags am Strand grillen lassen, dennoch fragen wir uns, zu wievielen Hitzschlaegen das landesweit wohl taeglich fuehrt…

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Nach einer Siesta im Hotel, haengen wir uns jeweils noch etwas an den riesigen Pool, den wir fast ganz fuer uns alleine haben, bis es kuehl genug ist in die Stadt zu gehen.

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Einmal werden wir auf dem Weg in die Innenstadt von einem Gewitter ueberrascht, wir fluechten ins naechste Restaurant und beschliessen gleich dort zu essen. Es gibt lustigerweise nur Pizza. Never mind, etwas Homesickfood tut der Seele gut. Wir sitzen draussen und sehen zu wie es immer heftiger regent, langsam steigt das Wasser auf der Strasse, es reicht schon bis uebers Trotoir hinaus, zum Glueck sitzen wir etwas erhoeht… ein Motorrad quaelt sich durch die Fluten und haelt direkt vor uns, ah, das ist der Pizzakurier, welcher unsere Pizza bringt… draussen sind mitlerweile nur noch die Regenpellerinenverkaeuferinnen unterwegs, sie strampeln mit ihren Velos durchs Wasser, machen ueberall wo sie Leute am Schermen stehen sehen Halt und versuchen ihre Regenschirme und Pellerinen zu verkaufen… es hoert und hoert nicht auf zu regnen, wir ueberlegen uns, wie wir am besten heim kommen (bloederweise haben wir den Kinderwagen dabei, mit welchem es sich nicht so leicht durchs Wasser fahren laesst und da die Altstadt autofrei ist, kommt auch kein Taxi)… also bestellen wir noch was zu trinken und warten… endlich hoert es auf und so schnell wie das Wasser gestiegen ist, so schnell fliesst es wieder ab, und schon fahren die ersten Motorraeder wieder durch die Strasse und das Leben kommt langsam wieder in Gang.

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Es sind Sommerferien und ganz Vietnam ist unterwegs, so ist der Zug mit dem wir weiter wollen mal wieder voellig ausgebucht und wir bekommen nur noch “hard bed” Plaetze. Uns wird gesagt, dass die Betten same same sind nur eben 6 statt 4 in einem Abteil… same same aber wie immer halt doch etwas different… sie heissen schliesslich nicht um sonst “hard bed” und die anderen eben “soft bed”. Gluecklicherweise lernen wir am Banhof Hanna aus Luzern kennen, die zusammen mit ihren Eltern eine lange Reise durch Vietnam, Laos und Kambotscha macht, sie reisen im selben Zug, haben eine 4 Kabine fuer sich und Paula und ich besuchen sie ein paar mal und sie uns, so sind die 10 Stunden Zugfahrt im Nu vorbei.

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Wir steigen in Nha Trang aus, Hanna und ihre Familie fahren weiter nach HCMC. Wir verlassen den Bahnhof und suchen vergebens nach unseren Namen auf einem der Schildchen, schade, der erste Bahnhof-Pick-Up, der nicht funktioniert. Wir nehmen ein Taxi und erfahren dann im Hotel, weshalb uns niemand abgeholt hat, unser Zimmer wurde spontan jemand anderem gegeben. Es ist mittlerweile 22:30 wir haben 2 totmuede Kinder und sind selber auch schon seit 6 Uhr wach… wir steigen im Hotel next door ab. Fuer 25$ gibts ein zwar neu renoviertes sehr sauberes Kaemmerchen ohne Fenster, ohne Fruehstueck, welches eh nur fuer eine Nacht frei ist, was soll’s wir nehmen’s.
Am naechsten Morgen machen wir uns dann auf Hotelsuche, kein leichtes Unterfangen, da am Wochenende scheinbar ganz Vietnam im Moment in Nha Trang am Strand haengt, alle Hotels sind voll, die Preise eher hoch… schlussendlich ergattern wir einen riesigen Familyroom in einem grossen Hotel. Die Familie, welche gerade aus dem Zimmer ausckeckt meint zu uns ein durchaus ehrlich gemeintes “very clean”, als wir dann mit unserem Gepack eine halbe Stunde spaeter wieder da stehen, ist gerade die Putzfrau dran, den ungewischten Boden feucht auf zu nehmen… auch das Badezimmer ist nach vietnamesischer Art geputz, einfach die Dusche nehmen und alles nass spritzen, das WC-Papier und die vom Hotel in schoenen Kartonschaechteli bereitgestellten Zahnbuersteli und Seife schwimmen einfach im Wasser… wir schieben wie immer die Betten zusammen, (dieses Mal sind es immerhin 3x1.2m Bettflaeche) unter den Betten kommen neben einer toten riesigen Kakaerlake sonst noch ein paar grusige Flecken zum Vorschein…nachdem ich dann eine halbe Stunde lang das Zimmer nochmals geputzt habe, sitze ich auf dem Bett und habe erst mal etwas genug von Nha Trang.

Der Strand hier ist ganz nahe vom Hotel, nicht wie in Hoi An, wo wir immer das Taxi nehmen mussten, dafuer ist es halt eben ein Stadtstrand. Hier laeuft etwas, hier kann man Party haben, aber dafuer halt keinen ruhigen sauberen Sandstrand. Trotzdem macht den Kindern das Spielen im Sand Spass, an der Strandpromenade hat es sogar einen kleinen Spielplatz und am Abend hat es genug Wind um unseren Drachen steigen zu lassen. Man kann hier Jetskis mieten, Paragliden, Tauchen, Schnorcheln, Fischen, etc… eine richtige Strandmetropole eben. Fuer uns eine neue Erfahrung Grossstadt und Strand an einem Ort.

Hier gibt es unzaehlige Inseln und genaus so viele Touren um diese zu besichtigen. Da wir weder tauchen noch schnorcheln wollen mit unseren beiden Nichtschwimmern, beschliessen wir die Tour eben ohne Tauchen zu buchen…. Wir werden in einem Bus voller vietnamesischer Familien (und 2 auslaendischen Paeaerchen, die sich irgendwie auch auf die Tour verirrt haben) zu einem kleinen Hafen gefahren, von dort aus starten die Boote zuerst zur Thi Island, wo ein kurzer Spaziergang zu einem Gehege voller Vogelstraeussen fuehrt, wir spazieren an einer Drachenfruchtplantage vorbei und kommen zu einer Bambiherde.

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Fuer ein paar Dong kaufen wir Futter. Paula hat einen riessigen Spass daran die Bambis, welcher ihr aus der Hand fressen zu fuettern. Unser Boot faert weiter zur Orchid Stream Island, wo uns unser Guide mit dem Megafon zu ein paar Liegestuehlen treibt, wir verstehen leider nicht um was es geht und fragen nach: “relax here 5 minutes” wir denken “ sir, yes sir” und relaxen dann auf Kommando 5 Minuten, dann trommelt er seine Schaefchen mit seinem Megafon wieder zusammen, jetzt wird marschiert zum Orchideengarten…. So weit schaffen wir es nicht, wir bleiben schon beim Straussenreiten und der Elefantenschow zurueck, irgendwann kommt die Gruppe von den Orchideen zurueck und setzt sich mit uns rund um eine kleine Arena, wo uns eine Show mit 2 kleinen armen Baeren gezeigt wird. Wir dachten ja schon, dass der Velofahrende Affe im Zirkus von Hanoi unschlagbar seien, aber hier fuhren sogar die Baeren Velo und das war noch nicht alles, nein, im modernen Vietnam faehrt schliesslich jeder Motorrad, so auch der Baer. Danach zeigte uns der Elefant noch ein paar Kunststuecke bevor wir nochmals eine Stunde im Liegestuhl relaxen und im Meer baden.

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Nach dem Mittagessen geht es zur Monkey Island. Die Insel ist bewohnt von hunderten von Affen, welche freuher mal von den Russen fuer ihr Raumfahrtprogramm gehalten wurden. Auch hier wird uns eine groteske Show mit den Affen gezeigt. Wir fuehlen uns ein bisschen im falschen Film, immerhin haben unsere Kinder Spass an den vielen Tieren… und wir fragen uns immer wieder, was wohl die kinderlosen Touristen hier machen 

Genug von gefuehrten Touren, am naechsten Tag erkunden wir Nha Trang auf eigene Faust. Wir nehmen das Taxi zu den Po Nagar Tuermen, welche von den Cham erbaut wurden. In den Tuermen hat es Altaere, wo die Leute beten und ihre Opfergaben bringen. Auch in der Long-Son Pagode wird in grauen Kutten gebetet, wir muessen mal wieder fluechten, weil unsere Kinder staendig von den Einheimischen auf den Arm genommen werden, welche auch nicht damit aufhoeren, obwohl Aline laut schreit und das in der Pagode, wo andere am beten sind. Manchmal ist die Offenheit der Leute hier fuer uns einfach eine Spur zu offen .

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Nach einem Mittagessen besuchen wir noch das Nacional Oceanographic Institut, hier kann man in dieversen Pools und riesigen Aquarien bestaunen was es alles so im Meer an Korallen, Fischen, Schildkroeten, Seesternen etc. gibt, eine tolle Sache fuer die Kinder. Es gibt sogar ein ganz kleines Becken mit ein paar Seesternen, welches fuer die Kinder zum spielen und anfassen ist.

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So, und morgen geht es weiter mit dem Bus nach Da Lat in die Berge…

Eingestellt von Bea H. 08:37

mit dem Drachenboot zu den Kaisergraebern...

semi-overcast 38 °C

Aus dem Nachtzug wurde definitive nichts und am naechsten Tag erwischt auch noch Dani und Paula und bis wir alle wieder richtig gesund sind ist bereits Freitag.

Wir sind froh um das King Cafe gleich um die Ecke, wo das Essen sehr gut und die Besitzer sehr freundlich sind. Sie kochen uns Nudelsuppe und Reis und geben uns alles inklusive Geschirr ins Hotel mit. Sobald unsere Maegen wieder mehr vertragen gehen wir auch wieder regelmaessig ins Newday Restaurant, nicht nur Paulas Lieblingsrestaurant... es ist immer voll, halb mit Touristen, halb mit Einheimischen. In der Take Away-Kueche kann man all die vielen Speisen anschauen und gleich aussuchen was man essen will. Hier nimmt man mehrere Toefchen voll verschiedener Gerichte (Poulet, Fleisch, Gemuese, Tofu, Schnecken, Krabben, Fisch, aber sie essen auch viel Gemuese, Pilze und Tofu, so dass es fuer mich immer auch viele feine vegetarische Obtionen gibt), dazu gibt es eine grosse Schuessel Reis. Jedes Familienmitglied bekommt ein Schuesseli und Essstaebli und schoepft sich das, was es geren essen moechte.

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Wir spazieren durch den Leninpark, in welchem es einen riesengrossen Spielplatz hat, fuer kleine wie grosse Kinder ein Hit, lustigerweise ist ein Teil des Spielplatzes praktisch baugleich zum Piratenspielplatz des Kindergartens in unserem Quartier in Toess (Bauteile made in Vietnam?) so dass sich Paula ein kleines Stueckchen weniger weit weg von daheim fuehlt :-) Zudem gibt es Karussels, ein Zug der rund um den grossen See faehrt, etc... alles ist etwas verlassen, am Wochenende ist bestimmt mehr los.

Am Samstag besuchen wir noch den Hanoi-Waterpark, eine gigantische Badi mit unzaehligen Pools mit Rutschbahnen, Sprudelbad, Wellenbad, Kinderplanschbecken, Fluss, etc... Der Park hat zwar seine besten Jahre bereits hinter sich und der Verputz broeckelt ueberall ein bisschen, dennoch macht es riessig Spass, wir arbeiten uns von einem Becken zum anderen durch und geniessen das angenehme Klima. Zum Abschluss machen wir noch eine Fahrt mit dem Riesenrad und sehen nicht nur den ganzen Waterpark von oben sondern geniessen eine fantastische Sicht ueber Ha Noi.

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Frisch gebadet mit einem Sack voll nasser Badsachen im Rucksack schaffen wir es dann endlich auf den Nachtzug nach Hue. Wir sind frueh wach, unsere Kabine gleicht (Aircon sei dank) einem Kuehlschrank, so dass wir bald die Kabinentuer oeffnen und schon bald werden unsere Kinder von anderen Reisenden reichlich mit Esswaren beschenkt. Wir fahren Richtung Sueden in der Ebene zwischen Suedchinesischem Meer und den Bergen, immer wieder ueberqueren wir Fluesse in denen Fischer in ihren Booten unterwegs sind, dazwischen erstrecken sich endlose Reisfelder, in welchen Wasserbueffel weiden, dann wieder ein kleines Doerflein mit bunten Haeusern.

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In Hue werden wir schon auf dem Perron von der Hotel-Taxifahrer-Armee begruesst, wir sind vorberitet, haben uns ein Hotel im Voraus organisiert, inklusive Abholdienst vom Bahnhof. Nach einer Siesta erkunden wir die Stadt. Da hier in Hue das Cyclo (Velotaxi) auch unter den Einheimischen noch sehr verbreitet ist (in Hanoi benutzen es nur noch Touristen), loesen wir endlich das Versprechen bei Paula ein, auch mal mit so einem Velotaxi zu fahren und machen einen Ausflug zum Flaggturm. Der Flaggturm selbst ist wenig spektakulaer, ein riesiger Betonklotz darauf ein Fahnenmast und die rote Flagge mit dem gelben Stern... dafuer sind dutzende von Kindern mit ihren Eltern auf dem Platz davor und lassen ihre Drachen steigen. Wir kaufen uns auch einen Drachen und versuchen es... er fliegt so naja... aber Paula und Aline (und auch Dani, der ja v.a. am Drachen fliegen ist) haben einen riesen Spass daran... und wir sind sicher, dass am Strand mehr Wind weht und unser Drachen noch viel toller fliegen wird.

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Auf dem Rueckweg zu Fuss landen wir per Zufall in einem Einkaufszentrum, zum ersten mal in Vietnam stehen wir in einem Supermarkt und freuen uns endlich ein bisschen Heimwehessen kaufen zu koennen (Toblerone, Cornflakes, Streichkaese)... wir schauen uns etwas die Preise der anderen Esswaren an (endlich mal Fixprice) und merken, dass wir langsam auch auf der Strasse normale Preise zahlen, waehrend wir am Anfang chronisch zuviel bezahlt haben.
Am naechsten Morgen fahren wir wieder mit dem Cyclo zum Flaggturm, dieses mal aber um die Kaiserstadt zu besichtigen. Es ist unertraeglich heiss, die Sonne brennt und wir eilen von Schatten zu Schatten. Leider liegt die Kaiserstadt noch zum Grossteil in Schutt und Asche, sie wurde in den vergangenen Kriegen massiv zerstoert und die Aufbauarbeiten kommen nur sehr langsam voran. Wir stiefeln etwas zwischen Ruinen und Baustellen umher und kapitulieren dann aufgrund der Hitze... (Eingeweihte erinnert das vielleicht etwas an einen Ausflug vor langer Zeit aufs Forum Romanum…)

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Am Abend landen wir zum ersten mal in einem Restaurant, in welchem kein Mensch auch nur ein Wort Englisch spricht, wir schaffen es irgendwie zu bestellen, nur bekommen wir leider keinen Reis, nur Fleisch und Gemuese. Wir versuchen es mit Haenden und Fuessen und weil sich Aline auch gerade noch den Chili in die Augen gerieben hat und bruellt, werden uns statt Reis Servietten und Feuchttuechlein gebracht. Wir nehmen eine Schuessel sagen "com", was eigentlich Reis heisst, sie nicken freundlich laufen aber nicht mal zur Kueche um Reis zu holen... Wir fragen uns was "com" falsch betont wohl sonst noch so heisen koennte und geniessen dann unser Essen eben ohne Kohlenhydrate :-)

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Am naechsten Morgen organisieren wir uns ein Drachenboot fuer eine Halbtagestour zu den Kaisergraebern. Hier in Hue regierten die Kaiser Vietnams, welche sich gigantische Grabanlagen erbauen liessen. Da es in der aktuellen Hitze mit den beiden Kids einfach zu stressig ist, so wie die anderen Touristen saemtliche Grabanlagen abzuklappern, entscheiden wir uns nur eines der Graeber zu besichtigen. Wir tuckern in unserem Drachenboot etwa 2 Stunden auf dem Parfuemfluss aufwaerts. Die Bootsbesitzer haben auch zwei Kinder im Altern von unseren und die 4 spielen mehr oder weniger friedlich zusammen Lego, waehrend wir die lauschige Fahrt in den kuehelen Morgenstunden geniessen. Noch vor den ersten anderen Touristen sind wir beim Minh Manh Grab, eine wunderschoene Anlage, welche sich in die Huegel eines Pinienhains schmiegt, mit kuenstlichen Lotusteichen und wunderschoenen Tempeln und Gebaeuden. Auf dem Rueckweg machen wir noch bei der Thein Mu Pagode Stopp, ein 7 Stoeckiger Tempelturm, wobei jeder Stock einem Buddha gewittmet ist, mittlerweile ist es Mittag und die Hitze ist unertraeglich, so dass wir schnell zurueck zum Boot gehen und dann erst mal eine lange Siesta im Hotel machen.

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Am Abend blitzt es draussen, wir sitzen auf dem Bett am Fenster und beobachten das Schauspiel, als Paula wohl im sitzen einschlaeft und wie ein Sack Kartoffeln ploetzlich vom Bett auf den Steinboden plumst und sich dabei eine Gehirnerschuetterung zuzieht, was fuer uns eine eher unruhige Nacht gibt….am naechsten Tage ist sie aber wieder fit, so dass wir am Nachmittag einen Ausflug ins Schwimmbad machen.
Auch eher ein lustiges Erlebnis. Am Biletschalter schaut die Frau etwas nervoes auf die Uhr, verkauft uns dann aber doch ein Ticket, weil wir ihre Erklaerung, dass in einer dreiviertel Stunde die 2 stuendige Badezeit abegelaufen ist und wir doch auf die naechste Serie warten sollen, erst spaeter verstehen...aber alles der Reihe nach. In der Umkleidekabine wird uns erklaert in welches Koerbchen Schuhe und Kleider gehoeren, dann werden wir unter Aufsicht unter die Dusche gestellt (Aline muss nicht duschen, die Aufseherin traegt sie lieber etwas herum), dann ab ins Becken, one Pool indoor, one Pool ourdoor, da es gerade zu regnen beginnt indoor. Das Wasser ist eher trueb, aber es stinkt nach Chlor da ueberlebt kein Bakterium drin, rein ins Vergnuegen… schlussendlich haengen wir im koerperwarmen Plaschbecken im Regen, es mach mega Spass… und dann pfeift der Bademeister, alles verlassen brav den Pool und gehen sich umziehen und die naechsten stehen bereits an.

Morgen gehts mit dem Bus nach Hoi An...

Eingestellt von Bea H. 23:25 Archiviert in Vietnam

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